
Inzwischen gibt es überzeugende wissenschaftliche Argumente, die für einen Ernährungsstil sprechen, der überwiegend auf pflanzlichen Lebensmitteln beruht. Nicht nur Krankheitsbilder wie Diabetes profitieren von den Vorzügen, selbst auf Krebserkrankungen scheint sich die Reduzierung tierischer Kost positiv auszuwirken.
Eine aktuelle Studie, bei der mehr als 73.000 Amerikaner beteiligt waren, brachte zum Vorschein, dass die allgemeine Sterblichkeitsrate bei Vegetariern oder “Teilzeit-Vegetariern” bis zu 20% niedriger war als bei Fleischessern.
Diese Studie gilt als eine der umfangreichsten bislang. Neben dem Essverhalten wurden in der Studie auch andere Faktoren, die Einfluss auf Gesundheit und Lebensalter haben, beobachtet. Dazu zählten zum Beispiel Übergewicht, Rauchgewohnheiten, Alkoholkonsum, fehlende Bewegung, Schlaf und das Alter.
Trotz aller anderen Einflussfaktoren wurde klar nachgewiesen, dass Vegetarier und “Teilzeit-Vegetarier” (max. eine Fleischmahlzeit pro Woche) länger und gesünder leben als Konsumenten, die mehrfach in der Woche Fleisch aßen.
Der Co-Autor der Studie, Sam Soret von der Loma Linda University School of Public Health, stellt fest, dass Vegetarier oder “Teilzeit-Vegetarier” im Durchschnitt etwa 10 Jahre länger leben als Fleischesser. Das heißt aber noch lange nicht, dass jeder Mensch durch Verzicht auf Fleisch automatisch länger leben muss. Neben anderen Faktoren spiele dabei auch die genetische Veranlagung eine Rolle, so Soret.

Im Wesentlichen sind zwei Faktoren von Bedeutung. Zunächst gibt es einen Verdrängungseffekt. Je mehr pflanzliche Kost gegessen wird, desto weniger Fleisch wird konsumiert. Fleischkonsum wird regelmäßig mit Krankheitsbildern wie Krebs oder Herzerkrankungen assoziiert. Je höher die Fleischmenge ist, desto eher können sich die negativen Einflussfaktoren auswirken.
Zum anderen sind da noch die Vorteile der pflanzlichen Kost als solcher. Pflanzen stecken unter anderem voller sekundärer Pflanzenstoffe, denen eine positive Wirkung auf die Gesundheit nachgewiesen wurde. Sie können das Risiko für manchen Krebserkrankungen und Herzkreislauferkrankungen senken, sind antioxidativ, cholestorolsenkend und beeinflussen das Immunsystem.
Wie man an den Ergebnissen der Studie sieht, scheint man als Vegetarier oder “Teilzeit-Vegetarier” wirklich länger leben zu können. Schon eine Reduzierung des Fleischkonsums zu Gunsten pflanzlicher Kost bringt unabweisliche gesundheitliche Vorteile mit sich.
Quellen:
- “Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit“, dge.de
- “Climate change mitigation and health effects of varied dietary patterns in real-life settings throughout North America“, nutrition.org
- “Go Vegetarian, Live Longer“, mensjournal.com
Hallo ans Team,
ein sehr gelungener Artikel. Auch die Zusammenstellung von Links zu weiterführenden Infos zum gleichen Thema am Ende eines Beitrages finde ich immer sehr gut. Und ganz besonders freut mich natürlich, dass ich als Nicht-Fleischesser dann wohl 110 Jahre alt werde 🙂